Das Stillgewässer- ein geschlossenes Ökosystem

Stillgewässer wie Bade- und Baggerseen sowie Park- oder Fischteiche bilden im Gegensatz zu Fließgewässern geschlossene Ökosysteme.

Die chemischen Prozesse im Wasser beeinflussen entscheidend das Leben der Tier- und Pflanzenwelt im See. Der Sauerstoffgehalt ist eine wesentliche Einflussgröße für die Wasserqualität. Er ist weniger auf den Austausch zwischen Wasser und Luft zurückzuführen, sondern beruht vornehmlich auf dem biologischen Vorgang, dass beim Aufbau der Wasserpflanzen unter Einwirkung des Sonnenlichtes (Photosynthese) Sauerstoff abgegeben wird.

Insbesondere die Schwebealgen (Phytoplankton) leben in der lichtdurchfluteten Oberflächenschicht (Epilimnion), weil sie, wie alle Pflanzen, mit Hilfe von Sonnenenergie aus anorganischen Nährsalzen, wie Phosphor- und Stickstoffverbindungen, organische, also körpereigene Substanz aufbauen.

Bei diesem Prozess werden dem Wasser Nährstoffe entzogen und in die Algenkörper eingebaut. Wenn dann bei hoher Sonneneinstrahlung mehr Sauerstoff erzeugt wird, als sich im Wasser löst, wird der überschüssige Teil an die Außenluft abgegeben. In der Nacht wenn kein Sonnenlicht vorhanden ist, findet auch keine Photosynthese statt. Die Algen sterben ab und sinken auf den Grund. Ein Teil des toten Planktons wird noch in der Nährschicht remineralisiert. In den lichtlosen Zonen (Hypolimnion) findet eine Zersetzung der organischen Stoffe durch Mikroorganismen statt.