Lebenserhaltende Maßnahmen zur Sauerstoffanreicherung im Tiefenwasser

Der Lebensraum „See“ erfüllt für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt eine besonders wichtige Funktion im Naturhaushalt. Obwohl er sein eigenes Ökosystem beinhaltet, sind die umgebenden Umweltbedingungen und topografischen Gegebenheiten von eklatanter Bedeutung.

So ist es nicht verwunderlich, wenn ein See, der noch vor Jahren als intaktes Gewässer eingestuft wurde, plötzlich, am Ende eines lang anhaltenden heißen Sommers kollabiert, weil jeglicher Sauerstoff im Tiefenwassers verbraucht wurde und aufgrund der hohen Wassertemperatur an der Oberflache der schwache Sommerwind nicht mehr in der Lage ist, für einen ausreichenden Sauerstoffnachschub zu sorgen.

Der See droht umzukippen. Das Ökosystem „See“ kommt an seine Grenzen. Besonders gefährdet sind dabei vom Wind abgeschattete Waldseen, die zudem durch Laubeintrag mit zusätzlicher Biomasse belastet sind.

Durch effiziente, umweltschonende Maßnahmen können die natürlichen Prozesse künstlich unterstützt werden, damit das komplexe Ökosystem „See“ selbst extreme Wetterlagen und Umwelteinflüsse übersteht, ohne dass dabei nachhaltige Schäden für das biologische Gleichgewicht entstehen.

In den letzten Jahren wurden verschiedene Techniken erprobt, um den Sauerstoffmangel im Tiefenwasser bedingt durch die übermäßig hohe Zehrung beim Abbau der zum Teil immens zugenommenen Biomasse künstlich auszugleichen. Wir unterscheiden dabei je nach Arbeitsweise zwischen chemischen und mechanischen Verfahren.

  • Chemische Verfahren verwenden in erster Linie Sauerstoff abgebende Mittel wie Gase, Flüssigkeiten oder Granulate. Diese Methode kommt vornehmlich bei großen Gewässern zur Anwendung, ist kostenintensiv und kann aufgrund sprunghafter Veränderungen zu unvorhersehbaren Nebenwirkungen im Ökosystem führen. Auch das Einpressen von Luft in das bodennahen Tiefenwasser kann durch den darin enthaltenen Stickstoff zu einer zusätzlichen Düngung führen sowie der Tierwelt beim Einatmen Schaden zu fügen
  • Mechanische Verfahren sind besser geeignet, da keine chemischen Zusatzstoffe erforderlich sind. In der Regel wird die Sauerstoffanreicherung des Tiefenwassers durch Vermischung mit dem sauerstoffreichen Oberflächenwasser erreicht (Zwangszirkulation). Einige Systeme verwenden dabei aufwendige Sprüh- oder Verwirbelungstechniken um zusätzlich Luftsauerstoff aufzunehmen. Die meisten mechanischen Systeme haben einen hohen Energieverbrauch und erfordern zum Betrieb einen ausreichend starken Kraftstromanschluss.